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BERLIN

ist eine (Foto-)Reise wert – auch für 3 Tage, 2 Nächte und einen Katalog.

Nix wie weg war die Devise, neues Jahr, look forward january 1st, nimm die süsse Kleine mit (die Olympus 2000 Z natürlich, was denkt ihr denn?) und hittheroad. 7 Stunden, Achim, mein alter Kollege aus Berufsschuljahren heißt mich beim local Griechen mit dem last call for diner willkommen. Es wird früh, und über Fotos haben wir auch gesprochen :-))

Berlin, jo, das war doch ganz anders, wo issn die damn Mauer, hier soll sie gewesen sein? Sie läuft uns immer wieder über den Weg, ganz dezent und vielleicht deshalb so beunruhigend: Ein kaum 50 cm breiter Streifen Gepflastertes zieht sich durch die Stadt, genau da, wo sie mal war. Man denkt an nichts Böses, schaut zufällig nach unten, und plötzlich, da ist sie schon wieder. Irgendwie so wie `n kaltes Händchen.



Schwamm drüber, (ich schreibe am Dienstag=Ällimacbilabend, wenn ihr wisst, was ich meine), und das Regierungsviertel wird gründlich von meiner Gummilinse gescannt.


Mehr Überwachungskameras als wachendes Personal, Zäune, Zäune, Joschkas Stadtwohnung soll da drüben sein, über`n Kanal. Kaiserwetter. Fast zu schön für`n gutes Fotto. Und zu kalt.



Abend, und das Sony Center lockt, strahlt im nachweihnachtlichen Glitter – und doch keine Stimmung ab. Haus im Glaskasten in der Glaskuppel, in der...? Konsum ja, Tempel schon weniger, aber viele viele Lichter.

Ab in den Zugang zum zugehörigen neuen Bahnhof, der noch nicht fertig ist. Ist auch nicht heimeliger, aber sonne Baustelle, kahle Halle, jungfräulicher Beton ist irgendwie realer. Für mich jedenfalls.



Na gut, da sind die anschließend aufgesuchten Hackeschen Höfe schon anders, da müsste ich mal getrennt was drüber schreiben. Fehlt mir auch ein bisschen die Historie zu, und Achim ist schon leicht heiser vom Erklären und Erzählen. Im Oscar Wilde´s gibt es frisches Guinness, wie in Irland. Es ist wenig los, alles ruhig und - genau richtig jetzt -baumeln die müden Füße am hohen Hocker. Entspannend.
Als kleine Dreingabe, wie schön einfach es in Deutschland sein kann, ein Bier zu trinken, sei an dieser Stelle der Openingtext der Guinness Homepage zitiert:

You must be resident in a country where entry to this site is permitted (if in doubt, click here).

You must also be old enough legally to buy a drink in the country in which you reside. If you are not, sorry, but please leave the site now.

Whatever your age, GUINNESS® stout should be consumed in moderation.

Before entering the site please read the terms and conditions carefully as they govern your use of the site and any material available through it.

Oh Lord have mercy, with the nice people in Ireland..

Achim muss noch Fotopapier für sein Labor kaufen. "FOTOIMPEX ist nicht weit von hier. Das ist ein Laden, den musst du gesehen haben." Sprach´s – und ich füge im Nachhinein hinzu, nicht nur den Laden! (Man merke auf: kein Foto vorhanden!!)

Dieser "fotografische Abenteuerspielplatz" (diese Bezeichnung stammt von mir, Fotoimpex möge mir verzeihen) zog mich sofort in seinen Bann. Als ich nach einer halben Stunde Suchens, Anschauens und mit dem Chef (?) Quatschens den Laden verließ, war ich das Gefühl nicht los geworden, dass es hier noch viel mehr zu entdecken gibt und ich ganz bestimmt irgend was Tolles verpassst habe...

Na gut, ich hatte ja den handlichen Katalog mitgenommen, und am nächsten Abend zog ich mir denselben dann rein. Wer schon immer gerne in Katalogen gestöbert hat (ratet mal wer noch?), der wird an dem Katalog der "Fotoimpex Fotokünstlerbedarf Berlin" seine helle Freude haben. Der fängt schon mit einem Titel an, der hoffen läßt: >Fotokünstlerbedarf zu erfreulichen Preisen im Direktvertrieb aus Berlin< und ist im Rest der 63 Seiten zu lesen wie ein Krimi. Nur eben nicht nur spannend, sondern voller Fachwissen, mit `zig Tips und kleinen aber wichtigen Hinweisen. Dazu Produkte, von denen man noch nie gehört hat und solchen, von denen man schon vor dreißig Jahren geträumt hat; welche zu unglaublichen Preisen und welche, die es eigentlich doch gar nicht mehr gibt.

Also nur mal so z.B.: Ich hab da in der Vitrine noch die nicht mehr ganz so toll erhaltene Bakelit-Bilora Boy, mit der ich vor ca.40 Jahren erste Experimente machte- auf 127 er Rollfilm. Zu gerne hätte ich die noch mal ausprobiert, aber woher einen Film kriegen?

Ihr ahnt es schon, Seite 3 des fotoimpex-Katalogs hat´s. Sogar als Diafilm, und die Rähmchen auch. O-Text dazu: "..Originalbestand aus den Sechzigern (Gläser müssen geputzt werden)." Goil.

Oder der Text zum T-Max 400: "Hochempfindlicher, panchromatischer S/W Film mit patentierter TMax Flachkristalltechnologie. Sehr feinkörnig und hochauflösend. Alle anderen Parameter (Schärfe, Grauwertübertragung, Belichtungsspielraum, Schattenzeichnung) sind beim TriX besser." Punkt. Da zieht´s mir doch das Maul breit und ich fühl mich zuhause.

Es gibt auch einen Entwicklerzusatz zur Steigerung (!) der Körnigkeit, PE-Papier mit nur 70 g/m2 Flächengewicht, Bromöldruckpapier, japanische Re- nicht touchefarben auf kleinen Papierblättchen und Fototaschen eines australischen Fahrradkuriertaschenherstellers(wattnworteij), die für "Allesimmerdabeihaber" bis "Nimmwirklichnurmitwasichbraucher" geeignet sind und sich durch "Prinz-Charles-Schutzohren" und ein "3rd leg" auszeichnen..
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Whatever that means.


Also lang und gut, hier meine Empfehlung: Besuch in Berlin, S-Bahn Hackescher Markt aussteigen, durch die Hackeschen Höfe Lustwandeln um dann (um die Ecke) auf der Alte Schöhauser Straße 32b zum Höhepunkt zu gelangen: Fotoimpex, der Laden. Schließlich Kataloge – an die armen Kollegen denken, die nicht dabei sein durften! – mitnehmen und bei einem Glas Wein oder einer Flasche Gerstengebräu (nochmal um die Ecke) auf der Rosenthalerstraße 13 im b-flat bei Live-Jazz gepflegt zu entspannen.


Ihr glaubt gar nicht, wie bombensicher man auf dem Rückweg die 1/2 Sekunde hält... na ja, meint man wenigstens.

Linkz:

www.fotoimpex.de

www.b-flat-berlin.de

www.guinness.com